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Technik.
Zukunft.
Erneuerbare Energien

Solarthermie verständlich erklärt

Solarthermie macht aus Sonnenlicht direkt nutzbare Wärme. Sie kann das Trinkwasser erwärmen oder zusätzlich die Raumheizung unterstützen – ganz ohne Verwechslung mit Photovoltaik.

WarmwasserHeizungsunterstützungKollektoren im Vergleich

Einfach erklärt

Wie wird aus Sonnenenergie warmes Wasser?

Der Kollektor ist kein Stromerzeuger. Seine dunkle Absorberfläche nimmt Sonnenstrahlung auf und gibt die Wärme an einen Flüssigkeitskreislauf weiter.
01

Sonne einfangen

Flach- oder Röhrenkollektoren nehmen direkte und – je nach Bauart – auch diffuse Sonnenstrahlung auf.

02

Wärme transportieren

Eine Pumpe bewegt die erwärmte Flüssigkeit durch gedämmte Leitungen vom Dach in den Technikraum.

03

Wärme übertragen

Im Speicher oder Heizkreis wird die Solarwärme an Trink- beziehungsweise Heizungswasser abgegeben.

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Wärme bevorraten

Der Speicher überbrückt die Zeit zwischen Sonnenschein und dem späteren Bedarf beim Duschen oder Heizen.

Wichtig: Solarthermie ergänzt normalerweise einen weiteren Wärmeerzeuger. Wenn Sonne oder gespeicherte Wärme nicht ausreichen, übernimmt beispielsweise Wärmepumpe, Pellet-, Gas- oder Ölheizung.

Zwei Anlagenkonzepte

Nur Warmwasser oder auch heizen?

Beide Lösungen nutzen dasselbe Grundprinzip. Für die Heizungsunterstützung werden jedoch mehr Kollektorfläche, ein größerer Speicher und eine darauf abgestimmte Hydraulik benötigt.
WW

Kompakte Lösung

Solare Warmwasserbereitung

Die Anlage erwärmt Trinkwasser zum Duschen, Baden und Waschen. Im Sommer kann der Hauptwärmeerzeuger dadurch oft längere Zeit ausgeschaltet bleiben.

  • Kleinere Kollektorfläche und kleinerer Speicher
  • Passt gut zu einem gleichmäßigen Warmwasserbedarf
  • Ertrag und Bedarf treffen im Sommer gut aufeinander
  • Im Winter bleibt der zweite Wärmeerzeuger erforderlich
Typische Größenordnung im EinfamilienhausEtwa 3–6 m² Kollektorfläche und 250–350 Liter Speicher – abhängig von Personen, Verbrauch, Standort und Kollektortyp.
HZ

Größere Kombianlage

Warmwasser und Heizungsunterstützung

Die Solarwärme versorgt zusätzlich den Heizkreis. Besonders in Frühling und Herbst kann sie den Hauptwärmeerzeuger deutlich entlasten.

  • Mehr nutzbare Solarwärme über das Jahr
  • Interessant bei niedrigeren Heiztemperaturen
  • Größerer Pufferspeicher und mehr Dachfläche nötig
  • Im sonnenarmen Winter keine vollständige Alleinversorgung
Typische Größenordnung im EinfamilienhausEtwa 9–20 m² Kollektorfläche und 500–1.500 Liter Speicher – die tatsächliche Auslegung muss zum Gebäude passen.
Im SommerViel Sonne, geringer Heizbedarf: Warmwasser ist die wichtigste Nutzung.
In der ÜbergangszeitSonne und Heizbedarf überschneiden sich: Hier spielt die Heizungsunterstützung ihre Stärke aus.
Im WinterWeniger Ertrag bei höherem Wärmebedarf: Der zweite Wärmeerzeuger bleibt wichtig.

Bauarten im Vergleich

Welche Kollektoren gibt es?

Entscheidend sind nicht nur Wirkungsgrad und Preis. Auch verfügbare Fläche, gewünschte Temperatur, Dachausrichtung, Verschattung und Nutzung bestimmen die passende Bauart.
FK

Bewährter Standard

Flachkollektor

Unter einer Glasscheibe erwärmt sich ein flächiger Absorber. Dämmung an Rückseite und Rahmen begrenzt Wärmeverluste.

Vorteile
  • Robuste, weit verbreitete Technik
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Für Warmwasser und Kombianlagen geeignet
Nachteile
  • Mehr Wärmeverluste als beim Vakuumkollektor
  • Für denselben Ertrag meist mehr Fläche nötig
  • Schwächer bei hoher Temperaturdifferenz
VR

Gut wärmegedämmt

Vakuumröhrenkollektor

Der Absorber liegt in luftleeren Glasröhren. Ähnlich einer Thermoskanne vermindert das Vakuum die Wärmeverluste.

Vorteile
  • Hoher Ertrag auf begrenzter Fläche möglich
  • Vorteile bei Kälte und höheren Temperaturen
  • Auch für Heizungsunterstützung interessant
Nachteile
  • Höherer Anschaffungspreis
  • Röhren und Reflektoren benötigen Kontrolle
  • System und Montage müssen gut geplant sein
CPC

Vakuumröhre mit Spiegel

CPC-Röhrenkollektor

Gebogene Spiegel hinter den Vakuumröhren lenken zusätzliche Strahlung auf den Absorber. CPC steht für „Compound Parabolic Concentrator“.

Vorteile
  • Nutzt auch schräg eintreffendes Licht
  • Gute Flächenausnutzung
  • Geringe Wärmeverluste durch Vakuum
Nachteile
  • Komplexer und meist teurer als Flachkollektoren
  • Saubere Auslegung gegen Überdimensionierung nötig
  • Reflektorwirkung hängt auch vom Zustand ab
UA

Einfach und preiswert

Unverglaster Absorber

Schwarze Kunststoff- oder Metallflächen kommen ohne Glas und starke Dämmung aus. Sie arbeiten am besten bei niedrigen Temperaturen.

Vorteile
  • Einfacher Aufbau und geringe Kosten
  • Gut für Schwimmbäder im Sommer
  • Niedriges Gewicht
Nachteile
  • Hohe Wärmeverluste bei kalter Luft
  • Für hohe Warmwassertemperaturen ungeeignet
  • Nur für spezielle Anwendungen sinnvoll
KollektorTypischer EinsatzFlächenbedarfStärkeZu beachten
FlachkollektorWarmwasser, KombianlageMittelBewährt und wirtschaftlichMehr Verluste bei Kälte
VakuumröhreWarmwasser, HeizungsunterstützungEher geringerGute Dämmung, höhere TemperaturenHöherer Preis
CPC-VakuumröhreKombianlage, wenig DachflächeGering bis mittelNutzung schräger und diffuser StrahlungSorgfältige Systemauslegung
Unverglaster AbsorberSchwimmbad, NiedertemperaturEher großEinfach und günstigStark witterungsabhängig
Sonderform PVT: Ein PVT-Kollektor verbindet Photovoltaik und einen thermischen Absorber. Er erzeugt gleichzeitig Strom und Niedertemperaturwärme, beispielsweise als Wärmequelle für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe.
Herstellerspezifische Lösung

Was macht Paradigma AquaSolar besonders?

Paradigma kombiniert CPC-Vakuumröhrenkollektoren mit einem Solarkreis, der reines Heizungswasser als Wärmeträger nutzt. Das unterscheidet AquaSolar von vielen klassischen Anlagen mit Wasser-Glykol-Gemisch.

„Wassergeführt“ bedeutet hier Heizungswasser. Es fließt durch den Solarkreis und transportiert die Wärme zum Speicher beziehungsweise Heizsystem. Das ist nicht das Trinkwasser, das später aus Dusche oder Wasserhahn kommt.

01

Wasser statt Glykol

Wasser überträgt Wärme gut und altert bei hohen Temperaturen nicht wie eine glykolhaltige Solarflüssigkeit. Ein regelmäßiger Austausch von Frostschutzmittel entfällt bei diesem System.

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Direkte Einbindung

Da im Solarkreis Heizungswasser zirkuliert, lässt sich die Solarwärme systemgerecht in den Heizkreis einspeisen. Laut Paradigma ist eine Nachrüstung häufig ohne Austausch des vorhandenen Speichers möglich.

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CPC und Vakuum

Das Vakuum reduziert Wärmeverluste. CPC-Spiegel lenken auch schräg einfallende und diffuse Strahlung auf den Absorber – hilfreich bei wenig Sonne und höheren benötigten Temperaturen.

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Warmwasser bis Solarheizung

Der STAR-Kollektor ist auf Warmwasser ausgelegt und erweiterbar. SOLAR PLASMA+ und größere AquaSolar-Konzepte zielen besonders auf teilsolares Heizen und hohe solare Deckungsanteile.

Vorteile des Systemgedankens
  • Kein Glykol im Solarkreis
  • Gute Wärmeübertragung und hydraulische Einbindung
  • Vakuumdämmung für geringe Kollektorverluste
  • CPC-Spiegel für gute Nutzung der vorhandenen Strahlung
  • Je nach Paket für Warmwasser oder Heizungsunterstützung
Das muss trotzdem geplant werden
  • Aktiver Frostschutz benötigt Regelung, Pumpe und etwas Speicherwärme
  • Speicher, Hydraulik und Regelstrategie müssen zusammenpassen
  • Dachfläche, Ausrichtung, Verschattung und Leitungswege bleiben entscheidend
  • Hoher Kollektorwirkungsgrad garantiert allein noch keinen hohen Jahresertrag
  • Herstellerangaben ersetzen keine objektbezogene Auslegung

Die Aussagen zu AquaSolar, STAR und SOLAR PLASMA+ basieren auf den Produktinformationen von Paradigma. Konkrete Erträge und Deckungsanteile hängen immer vom Gebäude, Verbrauch, Standort und der Anlagenauslegung ab.

Von der Dachfläche zur nutzbaren Wärme

Solarthermie richtig planen

Ein guter Kollektor ist nur ein Teil der Anlage. Entscheidend ist, dass Nutzung, Fläche, Speicher, Leitungen, Hydraulik und Regelung als Gesamtsystem funktionieren.
  1. 1
    Bedarf und Ziel festlegen

    Warmwasserbedarf, Heizwärmebedarf und gewünschte solare Unterstützung erfassen. Erst danach die Anlage dimensionieren.

  2. 2
    Dach und Standort prüfen

    Ausrichtung, Neigung, Verschattung, Statik, Befestigung und Dachdichtheit fachgerecht beurteilen lassen.

  3. 3
    Kollektor passend wählen

    Nutztemperatur, Platzangebot, Preis und Ertragsverhalten miteinander vergleichen – nicht nur einen Spitzenwirkungsgrad.

  4. 4
    Speicher auslegen

    Zu klein verschenkt Solarwärme, unnötig groß erhöht Platzbedarf und Wärmeverluste. Auch die Schichtung ist wichtig.

  5. 5
    Kurze, gedämmte Wege planen

    Rohrleitungen möglichst kurz führen und dauerhaft gegen hohe Temperaturen, Witterung und Wärmeverlust dämmen.

  6. 6
    Sicherheit und Regelung klären

    Ausdehnung, Druck, Entlüftung, Stagnation, Verbrühschutz, Frostschutz und Zusammenspiel mit dem Wärmeerzeuger berücksichtigen.

  7. 7
    Hydraulik sauber einbinden

    Wärmetauscher, Anschlusshöhen und Pumpen müssen die Wärme dorthin bringen, wo sie im Speicher und Heizsystem gebraucht wird.

  8. 8
    Ertrag kontrollieren

    Wärmemengenzähler und Anlagenüberwachung zeigen, ob die Anlage liefert und helfen, Fehler früh zu erkennen.

Stärken und Grenzen

Wann passt Solarthermie gut?

Gute Voraussetzungen
  • Regelmäßiger Warmwasserbedarf, möglichst über das ganze Jahr
  • Geeignete, weitgehend unverschattete Dach- oder Fassadenfläche
  • Kurzer Leitungsweg zum Speicher
  • Platz für einen passenden Wärme- oder Kombispeicher
  • Heizung mit niedrigen Systemtemperaturen bei Heizungsunterstützung
Vorher genauer prüfen
  • Sehr geringer oder unregelmäßiger Warmwasserverbrauch
  • Starke Verschattung oder ungünstige Leitungsführung
  • Kein Platz für den benötigten Speicher
  • Dachsanierung steht in naher Zukunft an
  • Kleine Dachfläche wird zugleich für Photovoltaik benötigt

Häufige Fragen

Kurz und verständlich beantwortet

Kann Solarthermie ein Haus allein beheizen?

Bei üblichen Anlagen nicht ganzjährig. Gerade im Winter treffen geringer Solarertrag und hoher Wärmebedarf aufeinander. Große Solarheizungen können hohe Anteile übernehmen, benötigen aber eine besonders sorgfältige Planung und weiterhin eine Lösung für sonnenarme Zeiten.

Was ist besser: Solarthermie oder Photovoltaik?

Solarthermie erzeugt Wärme sehr direkt, Photovoltaik flexibel nutzbaren Strom. Die bessere Lösung hängt von Dachfläche, Heizung, Warmwasserbedarf und Energiekonzept ab. Auch eine Kombination oder PVT kann sinnvoll sein.

Funktioniert Solarthermie auch im Winter?

Ja, bei ausreichender Einstrahlung. Der Ertrag ist aber wegen kürzerer Tage, niedrigerem Sonnenstand und möglicher Bewölkung deutlich geringer. Vakuumröhren begrenzen Wärmeverluste besonders gut.

Warum braucht eine klassische Anlage Frostschutz?

Viele Solarkreise liegen im frostgefährdeten Außenbereich und verwenden deshalb ein Wasser-Glykol-Gemisch. Wassergeführte Sonderkonzepte wie Paradigma AquaSolar schützen den Kreislauf stattdessen aktiv mit Wärme aus dem System.

Bedeutet „wassergeführt“, dass Trinkwasser durch den Dachkollektor fließt?

Beim AquaSolar-System nein. Im Kollektorkreis zirkuliert Heizungswasser. Trinkwasser und Heizungswasser bleiben entsprechend dem Anlagenkonzept hygienisch und hydraulisch voneinander getrennt.

Muss eine Solarthermieanlage gewartet werden?

Eine regelmäßige Sicht- und Funktionskontrolle ist sinnvoll. Dabei werden unter anderem Druck, Pumpe, Regelung, Speicher, Dämmung und Ertrag geprüft. Bei glykolhaltigen Anlagen gehört auch der Zustand der Solarflüssigkeit dazu.

Weiterführende Informationen

Quellen und fachlicher Hinweis

Diese Übersicht vermittelt Grundlagen. Sie ersetzt keine individuelle Dachprüfung, Heizlast- oder Speicherberechnung, Förderprüfung und Anlagenplanung. Produktbezogene Aussagen sind als Herstellerangaben gekennzeichnet.